Bluttests in der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft verlangt dem weiblichen Körper viel ab, weshalb ein guter Gesundheits- und Ernährungszustand wesentlich ist. Mit Bluttests in der Schwangerschaft entdeckt man früh etwaige Mängel an Makro- und Mikronährstoffen und kann ihnen sofort entgegenwirken.

Die nachfolgenden Zeilen erklären, warum Bluttests in der Schwangerschaft sinnvoll sind, auf welche Werte man besonders achten sollte und was die Ergebnisse der Bluttests bedeuten.

Warum Bluttests in der Schwangerschaft sinnvoll sind

In den durchschnittlich 40 Wochen, in denen das Ungeborene im Mutterleib gedeiht, sollten alle nötigen Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Fette und Proteine) sowie Mikronährstoffe (Mineralstoffe, Vitamine) ausreichend verfügbar sein. 

Ab dem 4. Monat benötigt eine Schwangere rund 300 Kilokalorien täglich mehr, von den Mikronährstoffen oft doppelt so viel (1). Eine ausgewogene Ernährung deckt den erhöhten Bedarf oft leider nicht. Mängel sollte man schnell ausgleichen, um Entwicklungsstörungen, Wachstumsverzögerungen oder gar Früh- und Fehlgeburten zu verhindern. 

Auch werdende Mütter mit Untergewicht oder chronischen Erkrankungen laufen Gefahr, dass das Ungeborene unterversorgt wird. Doch auch bei quantitativ ausreichender Nahrungsversorgung können Mangelzustände im Mikronährstoffbereich vorliegen.

Die wichtigsten Blutwerte in der Schwangerschaft

Neben einer ausreichenden Kalorien- bzw. Nährstoffzufuhr sind während der Schwangerschaft manche Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe besonders wichtig. Dazu zählen folgende:

  • Folsäure
  • Eisen
  • Iod
  • Kalzium
  • Vitamin D
  • Vitamin C
  • Magnesium
  • Zink
  • B-Vitamine
  • Aminosäuren
  • Omega-3-Fettsäuren

Die folgende Tabelle zeigt den Zusatzbedarf ausgewählter Mineralstoffe/Vitamine in der Schwangerschaft (2, 3):

Nährstoff (Einheit)NormalbedarfSchwangerschaftZusatzbedarf (%)
Folsäure (µg/d)30055083
Eisen (mg/d)1530100
Jod (µg/d)20023015
Vitamin C (mg/d)9510511
Zink (mg/d)81138
B-Vitamine* (mg/d)1,21,525
Vitamin B12 (µg/d)44,513

*Mittelwert von B1, B2, B3, B6

Was bewirken die einzelnen Nährstoffe bei Schwangeren?

Folsäure: Dieses B-Vitamin sollte bereits bei geplanter Schwangerschaft (4 Wochen vor Befruchtung) und bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels (Trimesters) supplementiert werden, um eine optimale Zellteilung und Wachstum zu gewährleisten und einen Neuralrohrdefekt zu verhindern (4).

Eisen: Damit die Sauerstoffversorgung für den heranwachsenden Fötus optimal ist, darf Eisen als wichtiger Bestandteil der roten Blutkörperchen nicht fehlen. Da der Eisenbedarf in der Schwangerschaft deutlich ansteigt, sollte er regelmäßig kontrolliert werden; vor allem auch bei Veganern und Vegetariern.

Jod: Viele Menschen in Deutschland sind jodmäßig unterversorgt. Auch wenn der Jodbedarf bei Schwangeren nicht übermäßig steigt (nur rund 15 Prozent mehr durch die gesteigerte Schilddrüsenfunktion), ist eine Kontrolle des Blutspiegels sinnvoll, um körperliche Fehlentwicklungen zu vermeiden.

Kalzium: Für ein ideales Knochen- und Zahnwachstum des Fötus sollte der Kalziumspiegel kontrolliert werden. Vitamin D ist hierbei sein wichtigster Partner. Zu viel Pflanzliches (Ballaststoffe, Oxalat, Phytat) kann die Kalziumaufnahme ins Blut reduzieren und einen unerwünschten Blutdruckanstieg forcieren.

Vitamin D: Dieses Hormon, dessen Bedarf sich in der Schwangerschaft verdoppelt, stellt die Kalziumresorption und damit eine gute Knochen- und Zahnentwicklung sicher. Leider besteht trotz guter Nahrungsversorgung und ausreichender Sonne oft ein Mangel. Dieser erhöht das Risiko für Diabetes, Präeklampsie und Fehlgeburten. 

Vitamin C: Während einer Schwangerschaft kommt es oft zu Infekten, weil das Immunsystem schwächer ist. Mit einer täglichen Extraportion Vitamin C (Obst und Gemüse) unterstützt man das Immunsystem und auch den Aufbau von Knochen, Zähnen und Bindegewebe.

Magnesium: Ein Magnesiummangel verursacht bei Schwangeren mitunter Wadenkrämpfe, Verstopfung oder hohen Blutdruck (Hypertonie) und kann auch frühzeitige Wehen oder eine Frühgeburt auslösen. Zudem benötigt der gesamte Stoffwechsel Magnesium.

Zink: Zinkmangel kann negative Folgen für die Hirn- und Nervensystementwicklung des Kindes haben und zu niedrigem Geburtsgewicht oder Frühgeburten führen. Auch an der Bildung von Wachstumshormonen ist es maßgeblich beteiligt. 

B-Vitamine:  Viele dieser Vitamine sind wichtige Enzymvorstufen und wesentlich für die Hormon- und Blutbildung, die Nervenfunktion und den Kohlenhydrat-, Protein- sowie Fettstoffwechsel. Ein Bluttest in der Schwangerschaft zeigt, ob genug Vitamin B1, B2, B3, B6 und B12 vorhanden ist.

Omega-3-Fettsäuren: Die vor allem in Fisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren sind wesentlich für die frühkindliche Gehirnentwicklung sowie das Sehvermögen. Sie vermindern Frühgeburten und beeinflussen das Geburtsgewicht positiv (5). Übertragen werden sie über die Plazenta und die Muttermilch.

Aminosäuren: Der Proteinbedarf in der Schwangerschaft steigt, um das Wachstum des Fötus zu gewährleisten. Die Aminosäuren stimulieren Wachstumshormone, stärken das Immunsystem und sind wesentlich für den Aufbau von Strukturproteinen, Enzymen, Nervenzellen und Botenstoffen.

Bluttests in der Schwangerschaft: Diese Tests sind verfügbar

Ein Bluttest zeigt, wenn bestimmte Nährstoffe fehlen. Mit den Bluttests der Selbsttestanbieter kann man die Werte bequem von zu Hause aus kontrollieren. Hier eine Übersicht, welche Bluttests in der Schwangerschaft sinnvoll sind.

HerstellerProdukt/-linkGetestete ParameterDauer
cerascreen®Vitamin B-12-TestHolotrans-Cobalamin (Vit. B12)3–4 Tage
Vitamin D Test25-OH-Vitamin-D1–2 Wochen
EisenmangeltestFerritinwenige Tage
Mineralstoff TestMagnesium, Zink, Selenwenige Tage
Aminosäuren Test26 essenzielle, semi-essenzielle & nicht-essenzielle Aminosäuren12–14 Tage
Omega 3 Testω-3-Index, ω-3-/ω-6-Ratio5–7 Tage
Vitamin A Testtrans-Retinol7 Tage
medivereVitamin D Test25 (OH) Vitamin D35–7 Tage
Amino-Screen Bluttest9 essenzielle AS, 13 nicht-essenzielle ASw. o.
Vitamincheck BasisCalcium, Eisen, Kupfer, Magnesium, Mangan, Molybdän, Selen, Zink, Folsäure, Vitamin B6, Vitamin B12w. o.
Omega-3-Index BluttestDHA, EPAw. o.
Selen + Zink BluttestSelen, Zinkw. o.
Eisenmangel BluttestFerritinw. o.
kiwenoVitamin D SchnelltestVitamin D (25-OH-D)15 Minuten
for you eHealthfor you aminogramm8 essenzielle, 4 semi-essenzielle und 8 nicht-essenzielle AS5–7 Tage
Omega 3 Fettsäuren Analyse5 ω-3-, 3 ω-6-Fettsäuren, 3 Fettsäuren-Verhältnissew. o.
for you vitamin D3 & K2 testVitamin D3 (25-OH-D3-Calcifediol), Vitamin K2 (MK-7)w. o.
for you mineralstoff-testEisen, Calcium, Jod, Kalium, Kupfer, Magnesium, Natrium, Phosphor, Selen, Zinkw. o.
for you BCAA testLeucin, Isoleucin und Valinw. o.
LykonVitamin D TestVitamin Dbis zu 6 Werktage
Vitamin B12 TestVitamin B12w. o.
Omegas-3 Testω-6-/ω-3-Verhältnis , ω-3-Fettsäuren (%)w. o.
Iron TestFerritinw. o.
NanoRepro AGEisenmangel SchnelltestFerritinwenige Minuten
verisanaAminosäuren Test6 essenzielle, 3 semi-essenzielle, 9 nicht-essenzielle AS7–14 Tage
Eisenmangel TestFerritinw. o.
Omega-3 Testω-3-Fettsäuren (α-Linolensäure, Eicosatriensäure, EPA, DHA, DPA), ω-6-Fettsäuren (LA, GLA, Eicosadiensäure, AA, Docosadiensäure), ω-3-Index, ω-6-/ω-3-Verhältnisw. o.
Vitamin B12 TestHolotrans-Cobalaminw. o.
Vitamin D TestVitamin Dw. o.
BIOGENAVitamin D TestVitamin D5–7 Tage
Eisenmangel TestFerritinw. o.
Omega 3 TestEPA, DHAw. o.
SensionSensioScreen® Vitamin D TestVitamin Deinige Tage
AProof®Vitamin D Test25-OH-Vitamin D2 und D3wenige Tage
BiostarksBiomarker-Test ErnährungsmonitoringVitamine B1, B5, B12, D, E, A; 17 Aminosäuren, Kupfer, Eisen, Selen, Zink, Magnesium, Fette (Laurin-, Linol-, Oleinsäure, EPA, DHA, ω-3-FS), Carnitin, Taurinwenige Tage
PreventisPreventis SmarTest® Vitamin D (Home)Vitamin Dwenige Minuten
PreventID® Vital D HomeVitamin Deinige Tage
NutriExpertsOmega-Fettsäuren Analyse mit HS-ω-3® Index26 Fettsäuren, ω-6-/ω-3-Verhältnis, HS-ω-3® Index, Transfettsäuren-Index2–5 Tage
bioniqbioniq PRO testVitamine D & B12, Folsäure, Eisen, Kupfer, Selen, Cholesterin, Fettsäuren (ω-6-, ω-3-FS, ω-6-/ω-3-Verhältnis, ω-3-Index, Eicosanoid-Balance, AA, DPA, EPA)5–7 Tage
OmegametrixHS-Omega-3 Index ® SelbsttestHS-Omega-3 Index, diverse Fettsäureneinige Tage
Veroval®Eisenmangel SelbsttestFerritin10 Minuten
Patris Health ®Patris Health® Eisenmangel SelbsttestFerritin10 Minuten
Homed-IQ®VitaminmangeltestVitamin B12, Vitamin D und/oder Folsäurewenige Tage

Legende: AS = Aminosäuren, AA = Arachidonsäure, DHA = Docosahexaensäure, DPA = Docosapentaensäure, EPA = Eicosapentaensäure, LA = Linolsäure, GLA = γ-Linolensäure, w. o. = wie oben.

Das sagt das Ergebnis eines Bluttests

Meist erhält man das Bluttestresultat schon nach wenigen Tagen. Liegen die Werte im empfohlenen Bereich, ist man ernährungsmäßig optimal versorgt und stellt auch eine gute Versorgung des Ungeborenen sicher.

Wenn der Bluttest auf einen Mangel hinweist, sollte eine Rücksprache mit dem betreuenden Arzt oder der betreuenden Hebamme erfolgen. Diese empfehlen Produkte mit einer guten Bioverfügbarkeit und Qualität, um etwaige Mängel aufzufüllen. Zudem gilt auch bei der Dosierung Zurückhaltung, denn eine Überversorgung mit gewissen Substanzen wie Vitamin D kann auch zu unerwünschten Nebenwirkungen führen (6).

Fazit

Während einer Schwangerschaft sind neben einer leicht erhöhten Energiezufuhr manche Makro- und Mikronährstoffe besonders wichtig, um die Schwangere sowie das Ungeborene optimal zu versorgen. Viele Hersteller bieten verschiedenste Bluttests für Makro- und Mikronährstoffe, mit denen man seinen Status ganz bequem von zu Hause aus überprüfen und einem Mangel rechtzeitig vorbeugen kann.

FAQ

Wie viele Nährstoffe braucht man in der Schwangerschaft?

Ab dem 4. Schwangerschaftsmonat braucht man rund 300 kcal mehr, damit Fötus und Plazenta gut wachsen können. Von den Mikronährstoffen wird in der Schwangerschaft oft sogar doppelt so viel benötigt wie bei Nichtschwangeren.

Welche Werte sind in der Schwangerschaft besonders wichtig?

Neben einem erhöhten Energiebedarf ist eine ausreichende Zufuhr von Folsäure, Eisen, Jod, Zink, Vitamin D, Vitamin C, Kalzium, Magnesium, Omega-3-Fettsäuren, B-Vitaminen und Aminosäuren in der Schwangerschaft wichtig.

Warum sollte man in der Schwangerschaft einen Bluttest machen?

Bei Untergewicht, chronischen Erkrankungen und unausgewogener Ernährung können in der Schwangerschaft Mängel entstehen, die zu Wachstumsverzögerungen führen. Mit verschiedenen Bluttests behält man die wichtigsten Werte immer im Blick.

Was tun, wenn ein Bluttest Mangelerscheinungen zeigt?

Zeigt ein Bluttest einen Mangel an, ist es wichtig, das Resultat mit einem Arzt oder einer Hebamme zu besprechen. Nur die richtigen Präparate in der richtigen Dosierung garantieren die beste Versorgung für die Schwangere und ihren Nachwuchs.

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